Willkommen bei den Berg- und Wanderfreunden Lohhof e.V.
 

 Mittelalter Disney Land oder bewundernswerte Aufbauleistung nach dem Krieg?
Am 15. Mai 2022 fand die diesjährige Stadtführung des Berg- und Wandervereins Unterschleißheim statt. Ziel war heuer Nürnberg.

Schon der Treffpunkt mit dem Stadtführer in der Mittelhalle des Nürnberger Hauptbahnhofes vor einem imposanten Mosaik zeigte den Weg von der „Guten Alten Zeit“ in die Moderne. Hatte der Bayerische König Ludwig 1 noch auf Pferde gezogene Treidelschiffe gesetzt, haben Nürnberger Bürger die erste Eisenbahnverbindung von Nürnberg nach Fürth 1835 finanziert und damit einen wichtigen Anfang in die Moderne gewagt.
Aber genau dieses Spannungsverhältnis ist ein Kennzeichen Nürnbergs. Eine ehemalige Reichsstadt mit heute noch weitgehend vollständig erhaltener fünf Kilometer langen Stadtmauer und Mauergraben, einer Kaiserburg, Albrecht Dürers Wohnhaus, um nur einige Zeugen großer Vergangenheit zu nennen. Andererseits verbinden sich mit Nürnberg auch der Aufbruch in die Industriegesellschaft. Große, und leider heute zum Teil untergegangen Namen des Versandhandels, der Unterhaltungsindustrie, des Zweiradbaus und des Maschinenbaus legen davon Zeugnis ab. Nie wurde Nürnberg militärisch erobert, mit Ausnahme 1945 durch den Einmarsch der Amerikaner. Geht man durch die wunderbare Altstadt Nürnbergs, muss man im Hinterkopf behalten, dass die Altstadt Nürnbergs zu 95% durch den zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Lässt man den Weg, den unsere Wandergruppe vom Bahnhof über die Lorenzkirche durch den Innenhof des Heilig Geist Spitals zum Hauptmarkt mit Schönem Brunnen zur Traditionsgaststätte „Bratwurstsröslein“ nahm, Revue passieren, ist man schon sehr bewegt über den meist großartig gelungenen Wiederaufbau der Altstadt. Dieser Eindruck wurde nach der Mittagspause noch deutlich gesteigert, als die Gruppe vorbei an der Sebalduskirche, dem Wolffschen Rathaus, dem Fembohaus hinauf zur Burganlage marschierte. Allein die Besichtigung des Fembohaus sowie der Kaiserburg würde einen Tagesausflug ausfüllen. Wir stiegen aber über die Burg in die Burggärten mit Blick auf das Dürerhaus (ebenfalls ein sehr lohnenswertes Besichtigungsziel). Zurück zum Bahnhof ging es über die malerische Weißgerbergasse und die Straße der Menschenrechte. Daneben befindet sich das Germanische Nationalmuseum, das sich ebenfalls als ein sehr lohnendes Tagesziel anbietet.
Dass wir die Stadtführung bei bestem Wetter genießen konnten, ließ die sehr sachkundige Führung durch unseren Stadtführer zu einem sehr angenehmen Erlebnis in Erinnerung bleiben.
Die eingangs gestellte Frage muss jeder, der bei diesem Ausflug dabei war, selbst beantworten. Nürnberg ist wohl mehr als nur geschickt vermarktete Christkindesmarkt Romantik, sondern auch Zeugnis bewundernswerter Aufbauleistung der Nachkriegsgeneration, der es meiner Meinung nach gut gelungen ist, geschichtliche Zeugnisse nicht museal sondern in lebendiger Form den nachfolgenden Generationen zu erhalten.Weitere Informationen zu unserem Verein einschließlich des Wanderprogramms bis August 2022 finden Sie auf unserer Homepage unter www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de.
Kurt Kratochwill

 

 















Wein-Wanderwoche in Freyburg/Sachsen-Anhalt

Vom 28. April bis 5. Mai 2022 veranstaltete unser Verein erneut eine Wanderwoche in den neuen Bundesländern. Ausgerichtet haben diese Tour die beiden Wanderführer Otto Felkel und Niels Jörgensen. Die 16 Teilnehmer im Alter zwischen 56 und 82 Jahren reisten weitgehend mit PKWs in Fahrgemeinschaften an. Ziel war die rd. 3.000 Einwohner zählende Stadt Freyburg, die seit 1895 Stammsitz der Sektkellerei Rotkäppchen ist. Die Gegend könnte vielen auch daher bekannt sein, weil sich in der Umgebung einerseits der zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Naumburger Dom sowie Nebra, der Fundort der Himmelscheibe, befindet. Der Reisezeitpunkt wurde so gewählt, weil am 1. Mai, nach 2jähriger Corona Pause in Freyburg wieder ein Frühlingsfest stattfand, bei dem die Winzer mit dem Ausschank des neuen Weins begannen. Das Saale/Unstrut-Gebiet mit seinen terrassierten Weinbergen ist das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands.
Die über die Woche stattgefundenen Wanderungen führten uns u.a. zu Burgen, Schlössern und Klöstern. Auch Wildpferde (sog. „Koniaks“) und Orchideen wurden insbesondere in dem ehemaligen russischen Truppenübungsgelände, dem heutigen Naturschutzgebiet „Rödel“ gesichtet. Viele der Wege führten uns entlang blühender Obstbäume und durch Weinberge. Laut Schrittzähler eines Mitwanderers haben wir in dieser Woche etwa 80 km auf Schusters Rappen zurückgelegt.
Eingebettet in die Wanderwoche waren auch eine Stadtführung, eine Führung mit Weinprobe im bekannten „Herzoglichen Weinberg“ in Freyburg, die Besichtigung einer alten wasserbetriebenen Getreidemühle sowie der Besuch so manchen Weinguts um einen edlen Tropfen zu genießen.
Quartier hatten wir in der Pension „Unstrutpromenade“ direkt am gleichnamigen Flüsschen. Auch hier galt es verschiedene hauseigene Weine zu probieren, die uns teilweise von der Tochter des Hauses, der aktuellen Weinprinzessin Antonia Odenthal kredenzt wurden.
Wie kam es eigentlich zum Besuch von Freyburg, der jetzt zum dritten Mal erfolgte? Bei einem Unterschleißheimer Weinfest im Herbst 2016 kam bei mehreren Vereinsmitgliedern die Idee auf, doch mal eine Wanderung in einem Weingebiet zu unternehmen. Nachdem wir seinerzeit kein Quartier in Südtirol fanden, erinnerte sich Otto Felkel an einen privaten Besuch in Naumburg und den dortigen Besenwirtschaften entlang des „Blütengrunds“ im Mündungsgebiet der Unstrut in die Saale. Nach mehreren Telefonaten fanden wir eine Unterkunft und die Hauswirtin hatte auch gleich eine Reihe von Wandervorschlägen für uns. So kam es dann im Juni 2017 zum ersten Aufenthalt und mitten in der Coronazeit, im Oktober 2020 (unmittelbar vor dem zweiten Lockdown), zur ersten Wiederholung.
Weitere Informationen zu unserem Verein einschließlich des Wanderprogramms bis August 2022 finden Sie auf unserer Homepage unter www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de.
                                                                                                                       Otto Felkel


Weinprobe in Herzoglichen Weinberg in Freyburg



Mittwochs-Wanderung rund um St. Ottilien         April 2022
Aus München, Eching, Ober- und Unterschleißheim kommend machten sich 22 Mitglieder des Vereins Berg- und  Wanderfreunde Lohhof mit der S-Bahn auf den Weg nach Geltendorf. Hatte es an den Tagen zuvor und danach geschneit, geregnet und gestürmt, so schien an diesem Mittwoch, wie vom Wetterdienst vorhergesagt, die Sonne.
Die Wanderung führte ab dem S-Bahnhof über Feldwege durch Äcker, Wiesen und Waldstücke. Schon bald sah man die Kirchensilhouette des Klosters St. Ottilien. Auch auf Grund der schwarzen Maulwurfshügel und zahlreichen Entwässerungsgräben, die es zu überqueren galt, war unübersehbar, dass wir durch eine Moor- bzw. Moosregion wanderten. Zum Mittagessen kehrten wir in die Klosterschänke von St. Ottilien ein, wo es mittwochs immer Schweinshax´n als Tagesgericht gibt. Innerhalb des Klosterareals wies der heutige Wanderführer Niels Jörgensen u. a. auf das Nähmaschinen-Museum sowie auf Infotafeln hin, die über die Unterbringung und ärztliche Betreuung befreiter Juden nach dem Zweiten Weltkrieg im Kloster aufklärten.
Gegen 17.30 Uhr waren wir von unserer ca. 10 km langen Wanderung wieder in Unterschleißheim. Es wurde deshalb so spät, weil u. a. eine S-Bahn beim Heimweg ersatzlos ausfiel.
Obwohl der Wanderverein seine Touren überwiegend sonntags veranstaltet, bietet er doch seit zwei Jahren aber auch welche unter der Woche an. Speziell diese werden einerseits von Leuten wahrgenommen, die am Wochenende verhindert sind. Andererseits haben sie auch den Vorteil, dass man für die Gruppe leichter Plätze in den Wirtschaften reservieren kann, weil weniger Ausflugsverkehr besteht.
Sollten auch Sie einmal Lust haben mit uns mitzuwandern, so sind Sie uns herzlich willkommen. Unser Wanderprogramm (bis einschl. August 2022) sowie
weitere Informationen zu unserem Verein finden Sie auf unserer Homepage unter www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de. Das monatliche Wanderprogramm wird auch regelmäßig in der letzten Ausgabe des Vormonats im Lohhofer Anzeiger veröffentlicht. So wird voraussichtlich in der Ausgabe vom 29. April das Maiprogramm erscheinen.
Otto Felkel



Mit offenen Augen durchs Freisinger Moos      20.3.22
An einem der letzten Sonntage bot der Unterschleißheimer Otto Felkel eine rd. 12 km lange Wanderung durchs Freisinger Moos an. Insgesamt 20 Personen nahmen daran teil. Alle kamen mittels S-Bahn kurz nach 10.00 Uhr zum Tourenausgangspunkt am Pullinger Bahnhof. Erster Anlaufstelle war der Freisinger Vogelbeobachtungsturm. Es handelt sich hierbei um einen zweistöckigen hölzernen Turm, in dessen oberster Etage man neben einem tollen Ausblick aufs Moos auch noch viele Erklärungen zu seltenen Vögeln und Pflanzen der Gegend findet. Errichtet wurde dieser Turm vom Vogelschutzbund mit Förderung u. a. durch die Stadt Freising und die EU im Zusammenhang mit der Ausweisung des Mooses als „Natura 2000“ Gebiet. Auch wenn aktuell keine Zugvögel unterwegs waren, so konnten wir doch u.a. Silberreiher, Mäusebussarde und mehr als zwei Dutzend Rehe zu beobachten. Alle Teilnehmer, die dem Vorschlag des Wanderführers gefolgt waren, ihr Fernglas auf die Tour mitzunehmen, kamen voll auf ihre Kosten. Der Weg führte uns dann weiter entlang von Gräben und Grünland sowie wenigen umgebrochenen Ackerflächen in Richtung Vöttinger Weiher. Dort überquerten wir auf einer Brücke die neue Südumgehung von Freising, die nach jahrzehntelanger Planung erst kürzlich, d. h. im Februar 2022 für den Verkehr freigegeben wurde. Gegen 12.30 Uhr trafen wir beim „Gasthof Lerner“ in Vötting zum Mittagessen ein.
Nach der Mittagspause wurde in demokratischer Weise beschlossen zum S-Bahnhof nach Freising zu wandern und nicht noch einmal durchs Moos. Der Wanderführer musste auf dem Weg nach Weihenstephan seiner Gruppe enttäuscht mitteilen, dass die versprochenen Störche leider ihr Nest auf der Versuchsbrennerei verlassen haben, nachdem sie im Februar dort noch „geturtelt“ hatten; zu sehen war nur noch das leere Nest. Der Weg führte dann entlang des Südhangs von Weihenstephan Richtung Freising. Der Hang war zu unserer Überraschung übersät mit Bärlauch, der auch fleißig von insbesondere jungen Leuten (wahrscheinlich Studenten) geerntet wurde. Mit der S 1 ging es dann um 15.54 Uhr zurück nach Unterschleißheim.
Den Teilnehmern an unseren Touren entstehen grundsätzlich nur Aufwendungen in Höhe der anfallenden Fahrtkosten; dies war bei dieser Tour 3,50 €. Der Aufwand der Wanderführer wird über den Vereinsbeitrag von 15,00 €/jährlich finanziert.  Wanderführer gehen ihre Tour regelmäßig vor um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, wie z. B. gesperrte Feldwege infolge Baumfällarbeiten oder aber auch geschlossene bzw. nicht mehr existierende Gaststätten.
Sollten auch Sie einmal Lust haben mit uns mitzuwandern, so sind Sie uns herzlich willkommen. Unser Wanderprogramm (bis einschl. August 2022) sowie
weitere Informationen zu unserem Verein finden Sie auf unserer Homepage unter www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de.
Otto Felkel

Frühlingstour entlang der Würm              März 2022
An einem sonnigen Frühlings-Sonntag im März 2022 bot der aus Oberschleißheim stammende Wanderführer Gerhard Auer eine 13 km lange Wanderung von Dachau nach München/Ludwigsfeld an. 22 Wanderer hatten sich ursprünglich angemeldet. Für die meisten begann die Anfahrt um 9.32 Uhr am S-Bahnhof Unterschleißheim; es gab aber auch Teilnehmer, die aus Eching, München und Oberschleißheim dazu kamen. In Oberschleißheim wurde in die Buslinien 292 und X201 umgestiegen. Letztere brachte uns zum Dachauer Bahnhof, wo wir unsere eigentliche Wanderung gegen 10.30 Uhr starteten.
Diese führte uns dann entlang des Gröbenbachs bis zum Waldschwaig See, wo es eine (Kaffee-)Pause am dortigen Kiosk gab. Nach ein wenig Verschnaufen ging´s weiter zur Würm. Diesem vom Starnberger See kommenden Bach folgten wir bis nach Karlsfeld. Nächstes Ziel war die bayrische Gaststätte „Zur Eiche“, die wir gegen 12.50 Uhr erreichten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon rd. 8 km zurückgelegt.
Nach einer etwa 1 ½ stündigen Mittagspause ging´s wieder entlang der Würm weiter bis zur Stadtgrenze von München bzw. dem S-Bahnhof Karlsfeld. Anschließend bogen wir in das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Allacher Lohe ab und wanderten parallel zu den Gleisen des Rangierbahnhofs bis zum Hundsee, den wir zum Abschluss noch umrundeten. Etwa um 16.00 Uhr stiegen wir am historischen Gestüt Ludwigsfeld in den Bus 175 ein, der uns zum S-Bahnhof Fasanerie brachte. Von dort ging es wieder zurück nach Unterschleißheim.
Bemerkenswert war, dass an dieser Tour auch drei „Gastwanderinnen“ teilnahmen, deren Interesse wir über unsere Artikel im Lohhofer Anzeiger geweckt hatten. Alle bekundeten die Absicht auch an künftigen Wanderungen mitzumachen. Viele Gespräche der Mitwanderer waren an diesem Tag auch vom Krieg in der Ukraine bestimmt; einerseits vom Leid der dortigen Zivilbevölkerung aber auch von den Gefahren, die von diesem Konflikt auch für uns ausgehen könnten.
Sollten auch Sie einmal Lust haben mit uns mitzuwandern, so sind Sie uns herzlich willkommen. Unser Wanderprogramm (bis einschl. August 2022) sowie
weitere Informationen zu unserem Verein finden Sie auf unserer Homepage unter www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de.
Otto Felkel


Für Wanderer gibt es kein schlechtes Wetter                 4.1.2022
Obwohl Regen-, Graupelschauer sowie vereinzelter Schneefall für´s Alpenvorland vorhergesagt waren, machten sich Anfang Januar neun wetterfest ausgerüstete Wanderfreunde auf zur ersten Tour dieses Jahres. Dies ist traditionsgemäß ein Aufstieg auf den „Heiligen Berg“ in Andechs; eine Tour mit rd. 11km Länge.
Bei Einstieg in die S-Bahn in Unterschleißheim regnete es wie vorhergesagt. Auch der während auf der Wanderstrecke zwischen Herrsching und Andechs einsetzenden Schneefall passte zur Wetterprognose, vermieste aber der Gruppe nicht die gute Laune. Nachdem sich die Einzelnen im Andechser Bräustüberl gestärkt hatten,  machte man sich bei aufklarendem Himmel wieder auf den Rückweg, diesmal über´s Hörndl  mit Blick auf den Ammersee. Wieder in Hersching angekommen zeigte sich stellenweise sogar der blaue Himmel. Für Gerhard Auer als neuen Wanderführer des Vereins war die mit neun Personen Corona gerecht durchgeführte Tour ein gelungener Anfang.
Eine Episode am Rande: Als wir das Bräustüberl betraten wunderten wir uns, dass auf den Tischen nur helles Bier stand, obwohl Andechs doch für seinen dunklen Doppelbock bekannt ist. An der Schankkasse erfuhren wir dann, dass aufgrund einer Verunreinigung des Malzes im Produktionsprozess die Brauerei 10.000 Hektoliter des dunklen Gerstensafts aus dem Verkehr gezogen hat und deshalb zurzeit diese Biersorte nicht verfügbar war.
Sollten Sie gerne mal in Gemeinschaft wandern wollen, sind Sie bei den Berg- und Wanderfreunden immer willkommen. Informationen einschließlich Programm unter www.berg-wanderfreunde-lohhof-ev.de.
Otto Felkel

Wander- und Kulturwoche in der Weinpfalz

Pünktlich zur Weinlese machten sich 18 Mitglieder der Berg- und Wanderfreunde Lohhof

zu einem 8-tägigen Wander- und Kultururlaub in die Weinpfalz auf. Als Quartier hatten wir uns

einen Winzer in der Gemeinde Kirrweiler/Neustadt an der Weinstraße ausgesucht. Dieser Ort

hat eine lange historische Tradition; u. a. war hier die Sommerresidenz der Fürstbischöfe zu

Speyer. Unser Wanderführer Werner Ruf, der aus der Pfalz stammt, hatte für die Woche ein

vielseitiges Programm zusammengestellt. So ging es am ersten Tag über den Weinlehrpfad

von St. Martin hoch zur Kropsburg. Dort oben befindet sich das in den Jahren 1893 bis 1899

erbaute sog. „Friedensdenkmal“. Bauherr war Prinzregent Luitpold von Bayern und erinnert

somit einerseits an die bayerisch-preußische Allianz im Krieg 1870/71 gegen Frankreich und

andererseits an die Epoche, als die Pfalz zum Königreich Bayern gehörte.

Eine weitere Wanderung führte uns von Mai- kammer durch das Klausental hoch zum Ham -

bacher Schloss, einem für die deutsche Geschichte historischen Ort: Das Hambacher

Fest von 1832 gilt als Beginn der Entwicklung zur Einheit des deutschen Reiches. In dem Fest

findet auch unsere heutige schwarz-rot-goldene Fahne ihren Ursprung. Das Hambacher

Schloss wird von den Einheimischen auch „Käschde“-Burg genannt, da die Anhöhe von

einem Wald von Esskastanien (=„Käschde“) umgeben war.

Sportlicher Höhepunkt war die Wanderung auf die 673 m hohe Kalmit. Der Weg führte

zunächst durch einen lichten Kiefernwald, bevor es durch das „Felsenmeer“, einer ein-

drucksvollen weitläufigen Ansammlung von meterhohen Sandsteinfelsen, ging. Einkehr

erfolgte am Kalmithaus, von wo aus es eine großartige Aussicht in die Rheinebene gab.

Auch die Kultur kam nicht zu kurz. So zeigte unser Führer uns im Weinbauort Deidesheim

das Lokal, wo der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl seinen hohen Staatsgästen das

Pfälzer Traditionsgericht „Pfälzer Saumagen“ hat servieren lassen.

In Bad Dürkheim besichtigten wir das „Riesenfass“ mit einem Durchmesser von 13,5 m bzw.

1,7 Mio. Liter Rauminhalt sowie das 33 m lange und 18 m hohe Gradierbauwerk. Hier tropft

Sole über Äste und bewirkt im angrenzenden Kurpark eine salzgesättigte feuchte Luft, die

gut für die Durchlüftung der Lunge ist. Bei einem Stadtrundgang in Speyer besichtig -

ten wir den Dom mit seinen Kaisergräbern (aus der Salierzeit, 11. Jh.) sowie den mittelalterlichen

Judenhof, der erst kürzlich als Weltkulturerbe eingestuft wurde. Kultureller Mittelpunkt des

Judenhofs ist das 11 m tiefe und von Grundwasser gespeiste rituelle Frauenbad, die sog.

„Mikwe“.

Was uns alle faszinierte, war der Besuch beim „Essigdoktor“ in Venningen. Dort hat sich ein

Winzer darauf spezialisiert seinen eigenen biologisch angebauten Wein zu hochwertigen

Essigen zu vergären. Vor der Führung durch die stimmungsvoll mit Kerzen beleuchteten Essig -

keller mit alten Weinfässern wurden wir in Kapuzenmäntel eingekleidet, damit keine

unliebsamen Fremdbakterien eingeschleppt werden – wie man uns sagte. In den Kellern

konnten wir dann die mit Kräutern und Gewürzen zugesetzten Essige schnuppern sowie

einer alten „Essigmutter“ (= Essigpilz, der Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff aus der Luft zu

Essigsäure fermentiert) bei ihrer stillen Arbeit im Wein zusehen. Den absoluten Höhepunkt

bildete die anschließende Verkostung von 5 hochwertigen Trinkessigen, was ein unver -

gleichliches Geschmackserlebnis war. Die Abende ließen wir entweder in unserem

schönen Weinhaus oder einer Straußenwirt - schaft am Ort gemütlich bei einer prickelnden

Schorle oder einem herrlichen Pfälzer Wein fröhlich ausklingen. Alle Teilnehmer freuten

sich, dass nach der langen bedrückenden Corona-Pause ein so schöner, erholsamer und

die Psyche wieder aufbauender Wanderurlaub in der Pfalz möglich war.

Wenn der Bericht bei Ihnen den Wunsch ausgelöst haben sollte, unseren Verein näher ken -

nenzulernen sind Sie uns als Gäste herzlich willkommen. Überlegen Sie doch mal, ist wandern,

ratschen oder in Gemeinschaft einfach mal was unternehmen etwas für Sie? Information zu

allen, regelmäßig stattfindenden Wanderungen (die keinen überfordern!) der Wander -

freunde Lohhof finden Sie im Lohhofer Anzeiger oder auf unserer Homepage unter

www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de

Werner





Wanderung zur Säulenhalle bei Polling

An einem kalten, aber sonnigen November-Sonntagmorgen machten sich30 Wanderfreunde mit S- und Regionalbahn auf den Weg nach Weilheim. Dort startete die eigentliche Wanderung. Diese führte entlang der Ammerüber Oderding zum„Stoa169“, in der Nähe des Dorfes Polling. Bei „Stoa169“ handelt es sich um eine offene Kunsthalle mitten in der Natur, getragen von 121 individuell gestalteten Säulen. Das Wort „Stoa“ verweist auf die Wandel-halle der Philosophen im alten Griechenland. Das Kunstwerk erhielt seine Baugenehmigung im Jahr 2017. Das von Bernd Zimmer entworfene Kunst -werk gehört einer Stiftung. Durch Berichte von Funk und Fernsehen wurdeauch unsere Wanderführerin Hermine Pallauf auf dieses Ziel aufmerksam. ImRahmen der 13 km langen Wanderung kehrten wir in einer gemütlichen Bauernwirtschaft ein, wie man sie heute nur noch selten findet. Es gab nur eine begrenzte Speisekarte; aber das Essen war mit viel Liebe zubereitet. So gab es zum Schweinebraten neben selbstgemachten Semmelknödeln eine „ordentliche Soß“ und nicht nur eine aus dem„Packerl“. Als wir uns kurz vor 17.00 Uhr mit dem Zug wieder auf den Heimweg machten, ging die Sonne im Pfaffenwinkel gerade mit einem schönen Abendrot unter. Den Lohhofer Berg- und Wanderfreunden sind Gäste – die vielleicht künftig neue Mitglie - der werden – immer willkommen. Die Mitglieder des Vereins kommen nicht nur aus Unterschleißheim, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden sowie aus München. Informationen zu unseremVerein finden Sie auf unserer Homepage unter www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de.

Otto Felkel, Berg- und Wanderfreunde Lohhof


Herbstwanderung zum Nymphenburger Schloss

Am 17. Oktober 2021 verzichteten 25 aktive Mitglieder der Berg- und Wanderfreunde Lohhof auf ihre obligatorische Kirchweihgans. Stattdessen begaben sie sich unter Führung des neuen Vereinsvorsitzenden Günther Möchel auf eine 10 km Stadtwanderung. Hierzu fuhren sie mit der S1 gegen 9:30 Uhr ab Lohhof gen München Pasing. Schien in Unterschleißheim noch die Sonne, so wurden sie in München mit „Morgennebel“ empfangen. Der Weg führte sie ab Pasing entlang des Nymphenburger Kanals zum Schlosspark. Dort konnten die Teilnehmer u. a. die Kaskade, den Springbrunnen und altgriechische Statuen bei Sonnenschein bewundern. Auch eine Gondel war in den Schlosskanälen im Einsatz. Nach einer rd. 1 ½ stündigen Pause im Café Palmengarten marschierten sie über verschlungene Pfade weiter zum Moosacher Bahnhof, von wo aus es mit der S-Bahn wieder nach Hause ging.

Viele der Teilnehmer freuten sich, dass jetzt solche Touren nach der langen Corona-Pause wieder möglich sind. Das miteinander wandern, ratschen und essen ist vielen in den vergangenen Monaten schmerzlich abgegangen.

Sollten Sie Lust verspüren mal mitzuwandern, sind Sie bei unserem Verein immer willkommen. Auf anstehende Wanderungen weisen wir regelmäßig im Lohhofer Anzeiger hin. Außerdem finden Sie die Termine und weitere Informationen auf unserer Homepage „www.berg-und-wanderfreunde-lohhof-ev.de“.

Otto Felkel

Berg- und Wanderfreunde Lohhof

Für Wanderer gibt es kein schlechtes Wetter ……4.1.2022…..

Obwohl Regen-, Graupelschauer sowie vereinzelter Schneefall für´s Alpenvorland vorhergesagt waren, machten sich Anfang Januar neun wetterfest ausgerüstete Wanderfreunde auf zur ersten Tour dieses Jahres. Dies ist traditionsgemäß ein Aufstieg auf den „Heiligen Berg“ in Andechs; eine Tour mit rd. 11km Länge.

Bei Einstieg in die S-Bahn in Unterschleißheim regnete es wie vorhergesagt. Auch der während auf der Wanderstrecke zwischen Herrsching und Andechs einsetzenden Schneefall passte zur Wetterprognose, vermieste aber der Gruppe nicht die gute Laune. Nachdem sich die Einzelnen im Andechser Bräustüberl gestärkt hatten,  machte man sich bei aufklarendem Himmel wieder auf den Rückweg, diesmal über´s Hörndl  mit Blick auf den Ammersee. Wieder in Hersching angekommen zeigte sich stellenweise sogar der blaue Himmel. Für Gerhard Auer als neuen Wanderführer des Vereins war die mit neun Personen Corona gerecht durchgeführte Tour ein gelungener Anfang.

Eine Episode am Rande: Als wir das Bräustüberl betraten wunderten wir uns, dass auf den Tischen nur helles Bier stand, obwohl Andechs doch für seinen dunklen Doppelbock bekannt ist. An der Schankkasse erfuhren wir dann, dass aufgrund einer Verunreinigung des Malzes im Produktionsprozess die Brauerei 10.000 Hektoliter des dunklen Gerstensafts aus dem Verkehr gezogen hat und deshalb zurzeit diese Biersorte nicht verfügbar war.

Sollten Sie gerne mal in Gemeinschaft wandern wollen, sind Sie bei den Berg- und Wanderfreunden immer willkommen. Informationen einschließlich Programm unter www.berg-wanderfreunde-lohhof-ev.de.

Otto Felkel